
Einleitung
Vor kurzem habe ich diesen Artikel gelesen. Da gibt es also Menschen, die Termine beim Bürgeramt reservieren und dann weiterverkaufen. Das ganze lohnt sich, weil die Wartezeiten ansonsten unzumutbar sind. Natürlich ist das extrem dreist, aber den Geschäftssinn dahinter muss man anerkennen. Menschen finden einen Fehler im System und nutzen ihn aus. Das kann man schäbig finden, aber am Ende ist es das, was unseren Fortschritt ausmacht. Wir sehen ein Problem und lösen es. Der Kapitalismus schafft den Anreiz die Probleme anderer zu lösen. Für Geld.
Alles ausgebucht
Als ich letzten Sonntag spontan mit meiner Frau frühstücken gehen wollte, kam mir auch eine Geschäftsidee, nachdem ich beim vierte Restaurant vergeblich einen Platz reservieren wollte. Alles war ausgebucht. Restlos. Kein Platz mehr in der ganzen Stadt.
Upgrade für das Reservierungssystem
Da habe ich mir überlegt, ob es das Reservierungsystem nicht ein Upgrade braucht. Bisher hat jeder grundsätzlich die gleiche Chance auf einen Tisch. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Ganz einfach. Problematisch dabei ist nur, dass manche ihre Reservierung gerne verfallen lassen, ohne sich abzumelden. Wirte können davon ein Lied singen. Und dann hat der Wirt tatsächlich Geld verloren, dass er von einem anderen Gast, der erschienen wäre, bekommen hätte.
Die Idee
Meine Idee soll dieses Problem zwar nicht lösen, aber zumindest den Menschen einen Anreiz geben ihre Reservierung wahr zu nehmen und dem Wirt noch eine zusätzliche Einnahmequelle an Tagen bescheren, an denen mehr Gäste kommen wollen, als Tische da sind.
Ein Restaurant mit 20 Tischen á 2 Personen könnte so ein System einführen, dass die ersten 14 Reservierungen kostenlos sind. Die ersten 14 Tische die Reserviert werden, kosten den Reservierenden nichts.
Aber sobald diese Tische ausgebucht sind und jemand den 15. Tisch reservieren will, muss er 10 € für die Reservierung bezahlen. Das gleiche gilt für Tisch 16.-18.
Sind auch diese Tische ausgebucht, kostet die Reservierung von Tisch 19. und 20. Jeweils 50€.

Lohnt sich das?
Jetzt fragt man sich, wer macht sowas?
Ich muss zugeben, dass ich sowas machen würde. Ich wollte am Sonntag wirklich sehr gerne frühstücken gehen. Ich hätte eine Zusatzgebühr von 10 € in Kauf genommen.
Vom Andrang profitieren
Ein solches System wurde dafür sorgen, dass der Wirt an Wochenenden und Feiertagen, an denen mehr Gäste kommen wollen als er bewirten kann, er von dieser überbordenden Nachfrage profitiert, ohne eine Person mehr zu bewirten zu müssen.
Nachteil gering
Andererseits ist der Nachteil für diejenigen, die es sich nicht leisten können oder wollen 10€ oder 50 € zu zahlen gering, weil ja die ersten 14 tische gratis reserviert werden können.
Meine Frau nannte mich einen "diabolischen Kapitalisten", nachdem ich ihr meine Idee vorgeschlagen hatte. Mich interessiert, was ihr darüber denkt.
Alternativ könnte man übrigens auch denjenigen, die für ihre Reservierung bezahlen müssen ihre Zahlung auch (teilweise) auf ihre Endrechnung anrechnen lassen.
Dies ist keine Anlageberatung!
